In Altbauten in Wien reicht ein Router im Empfang selten über zwei dicke Mauern. Die übliche Gegenmaßnahme ist ein Repeater, dann ein zweiter, dann ein dritter im Stiegenhaus. Gespräche brechen ab, sobald jemand den Raum wechselt, und das Gäste-WLAN teilt sich denselben engen Funk mit der Buchhaltung. Ein geplantes WLAN beginnt bei der Verkabelung der Access Points, nicht bei der nächsten Steckdosenleiste.

Warum die Dose im Gang kein Funkkonzept ist

Repeater funken in der Regel auf demselben Kanal weiter, den sie selbst empfangen. Jede zusätzliche Stufe kostet Tempo und macht die Fehlersuche unübersichtlich, weil dasselbe Netz an manchen Tischen schnell und drei Meter weiter kaum benutzbar ist. Dazu kommen Nachbarnetze im Gründerzeithaus, schnurlose Telefone und Mikrowellen in der Teeküche. Wer nur die Signalstärke am eigenen Laptop ansieht, übersieht, dass fünf andere Geräte denselben Access Point bereits auslasten.

Für ein Büro mit mehreren Räumen oder Etagen gehören Access Points dorthin, wo gearbeitet wird, und sie brauchen ein Kabel zum Switch. Gleicher Hersteller und dieselbe SSID mit durchdachtem Roaming schlagen eine Mischung aus Router, Repeater und Mobilfunk-Hotspot. Gäste bekommen ein eigenes Netz mit eigenem Passwort. Das Büro-WLAN landet in der Bürozone der Firewall. Die Sendeleistung wird so gesetzt, dass sich die Punkte ergänzen, statt sich gegenseitig zu übertönen.

Access Points an der Leitung, nicht an der Steckdose des Nachbarn

  1. Räume. Arbeitsplätze, Besprechung und Lager skizzieren, inklusive dicker Wände und Metallregale.
  2. Kabel. Access Points an die Leitung hängen, nicht über einen weiteren Funkabschnitt.
  3. Namen. Eine Büro-SSID und eine Gäste-SSID, Passwörter getrennt und nicht am Empfang ausgehängt.
  4. Kanäle. Nachbarnetze ansehen und 2,4 sowie 5 Gigahertz bewusst verteilen.
  5. Probe. Mit einem Notebook durch die Räume gehen und ein Gespräch sowie eine Datei öffnen.

Das WLAN ist ein Zugang zum Netz, keine eigene Insel. DHCP, DNS und die Firewall-Zonen gelten auch für Funkgeräte. Steht der Access Point im Gäste-VLAN, hilft das beste Passwort nichts, wenn der Switch-Port falsch beschriftet ist. Deshalb prüfen wir Port, VLAN und SSID gemeinsam, bevor die Belegschaft das neue Passwort bekommt.

Woran Projekte in der Praxis scheitern

  • Repeater in Reihe schalten, bis das letzte Gerät nur noch den Vorgänger sieht.
  • Dasselbe Passwort für Gäste, Drucker und Büro verwenden, weil es sich leichter merken lässt.
  • Access Points in den Serverraum oder hinter einen Metallschrank stellen.
  • Alte Router als zusätzliche DHCP-Server im Funk belassen.

Beispiel aus dem Betriebsalltag

Eine Kanzlei in einem Wiener Altbau mit drei Etagen hatte den Router im Erdgeschoss und zwei Repeater im Stiegenhaus. Videogespräche im hinteren Zimmer der zweiten Etage brachen ab, sobald im Besprechungsraum jemand präsentierte. Wir haben drei Access Points über bestehende Leitungen an einen Switch angeschlossen, das Gäste-WLAN getrennt und die Repeater entfernt. Der Rundgang mit dem Notebook der Assistenz zeigte danach noch eine Lücke im Archiv, gelöst durch einen vierten Punkt statt durch einen weiteren Repeater.

Kurze Entscheidungshilfe

  • Hängt jeder Access Point an einem Kabel und nicht an einem Repeater?
  • Gibt es getrennte Zugänge für Büro und Gäste?
  • Ist nach einem Raumwechsel dasselbe Netz noch nutzbar, ohne neu zu verbinden?
  • Steht das WLAN-Passwort nicht am Empfang oder im Scan eines alten Aushangs?

Wenn ein WLAN, das im ganzen Büro trägt bei Ihnen ansteht, klären wir den Umfang unverbindlich: Network und Firewall. Netzwerk segmentieren Alternativ direkt Kontakt aufnehmen oder die häufigen Fragen lesen.