RAID hält einen Server am Laufen, wenn eine Festplatte ausfällt. Das ist wertvoll und kein Ersatz für ein Backup. Gelöschte Dateien, ein fehlerhaftes Update und Verschlüsselung schreiben sich auf alle Platten des Verbunds gleichzeitig. Danach ist die Spiegelung perfekt – und perfekt leer oder verschlüsselt.

Die falsche Ruhe durch eine gespiegelte Platte

Im Gespräch klingt „wir haben RAID 1“ wie eine Sicherheitsaussage. Technisch ist es eine Verfügbarkeitsaussage. Verfügbarkeit und Wiederherstellung sind zwei verschiedene Ziele. Wer nur das erste kauft, steht beim zweiten ohne Kopie da.

Auch ein NAS mit zwei Platten im Büro ist meist dasselbe Risiko: ein Gerät, ein Raum, ein Passwort. Ein Backup liegt auf einem anderen System, idealerweise außer Haus oder in einem getrennten Mandanten, und wird durch Restore bewiesen.

Was zusätzlich zum RAID existieren muss

  1. Benennen. RAID als Schutz vor Plattendefekt ins Diagramm schreiben, nicht als Backup.
  2. Zweites Ziel. Kopie auf anderes Gerät oder andere Umgebung.
  3. Löschfall. Klären, wie eine gestern gelöschte Datei zurückkommt.
  4. Verschlüsselung. Klären, ob die Kopie für den Angreifer nicht mit erreichbar ist.
  5. Test. Einmal im Quartal eine Datei zurückholen.

Wir bauen das zweite Ziel und den Test in die Betreuung ein. Den RAID-Tausch einer defekten Platte machen wir trotzdem – das eine ersetzt das andere nicht.

Woran Projekte in der Praxis scheitern

  • Ein NAS-Spiegel als „Backup-Konzept“ ins Protokoll schreiben.
  • Die Backup-Platte im selben Volume wie die Daten lassen.
  • Snapshots auf demselben RAID als dritte Kopie zählen.
  • Den Rebuild einer Platte für einen Restore halten.

Beispiel aus dem Betriebsalltag

Ein Planungsbüro verlor einen Projektordner durch einen Synchronisationsfehler. Das RAID war gesund, beide Platten enthielten denselben Fehler. Die einzige brauchbare Kopie lag auf einem Backup vom Vorabend, das bisher niemand ernst genommen hatte, weil „die Platten ja gespiegelt sind“. Seitdem steht der Satz im Notfallblatt.

Kurze Entscheidungshilfe

  • Ist RAID irgendwo als Backup bezeichnet?
  • Liegt eine Kopie außerhalb des Geräts?
  • Ist diese Kopie vor einem Konto mit Alltagsrechten geschützt?
  • Wann wurde zuletzt eine Datei zurückgeholt?

Wenn der Unterschied zwischen RAID und Backup bei Ihnen ansteht, klären wir den Umfang unverbindlich: Backup. IT-Dokumentation Alternativ direkt Kontakt aufnehmen oder die häufigen Fragen lesen.