IPv4-Adressen sind im Büroalltag unsichtbar, bis zwei Geräte dieselbe Nummer haben oder das Homeoffice dasselbe Netz verwendet wie die Zentrale. DHCP soll die Arbeitsplätze versorgen, ohne in den Bereich der Drucker, Server und Firewalls zu laufen. Eine kurze Liste mit Bereichen, festen Adressen und dem zuständigen DHCP-Server beendet die Raterei. Ohne diese Liste wird jeder neue Router zur Wundertüte.

Das Netz 192.168.1.0, das überall vorkommt

In gewachsenen Büros existieren oft zwei DHCP-Server: der alte Router im Schrank und der Domänencontroller. Je nachdem, wer schneller antwortet, bekommen Clients unterschiedliche Gateways und DNS-Server. Manche arbeiten, manche finden den Server nicht. Feste Adressen wurden früher frei vergeben und später vom DHCP-Bereich überdeckt. Der Drucker ist dann morgens da und nach einem Neustart ein Laptop. Gleichzeitig nutzen Zentrale, Filiale und Wohnungen dasselbe 192.168.1.0-Netz. Der VPN-Tunnel baut auf und die Wege überschneiden sich. Die Anwendung wirkt kaputt, das Adresskonzept ist es.

Eine brauchbare Ordnung für ein kleines Büro passt auf eine Seite. Pro VLAN ein Bereich, ein Gateway, ein bis zwei DNS-Server. DHCP bedient Arbeitsplätze und Telefone in einem klar begrenzten Ausschnitt. Server, Firewall, Switches, Drucker, USV und Access Points haben feste Adressen außerhalb dieses Ausschnitts, mit Namen und Standort. Reservierungen sind erlaubt, wenn sie in derselben Liste stehen. Ein zweiter DHCP-Server ist entweder bewusst redundant oder ausgeschaltet. Die Netze der Standorte und ein empfohlenes abweichendes Heimnetz für VPN-Nutzer stehen daneben.

Bereiche trennen, Festes festlegen, den Rest dokumentieren

  1. Plan. Je Netz den Bereich, das Gateway und die festen Adressen aufschreiben.
  2. DHCP. Einen zuständigen Server benennen und weitere DHCP-Quellen suchen und abschalten.
  3. Fest. Server, Drucker und Netzwerkgeräte außerhalb des vergebenen Bereichs legen.
  4. Konflikt. Standortnetze so wählen, dass sie nicht mit typischen Heimnetzen kollidieren.
  5. Abgleich. Nach einem neuen Gerät Liste und Reservierung am selben Tag nachziehen.

Die Adressliste ist Teil der Dokumentation, die eine Vertretung finden muss, auch wenn der Fileserver nicht da ist. Eine Kopie im Passwortmanager oder auf dem Notfallblatt genügt. Wir ändern Adressen nicht nebenbei im Wartungsfenster, ohne den Namen im DNS und die Firewall-Objekte mitzuziehen. Sonst stimmt die Liste und der Betrieb zeigt auf eine alte Nummer.

Woran Projekte in der Praxis scheitern

  • Den DHCP-Bereich über die ganzen 254 Adressen laufen lassen, inklusive der Server.
  • Einen neuen Router einstecken und seinen DHCP neben dem bestehenden laufen lassen.
  • Feste Adressen nur auf einem Klebezettel am Gerät notieren.
  • Filiale und Zentrale mit identischem Netz aufbauen und das VPN später „dazu“ konfigurieren.

Beispiel aus dem Betriebsalltag

Ein Büro in Mödling und mehrere Homeoffice-Plätze nutzten 192.168.0.0/24. Der VPN-Client verband sich, die Freigabe öffnete sich aber nur bei den Personen mit einem anderen Heimnetz. Zusätzlich vergab ein vergessener Router im Besprechungsraum eigene Adressen. Wir haben das Büro auf ein eigenes Netz gelegt, DHCP nur noch am Domänencontroller gelassen, Drucker auf feste Adressen außerhalb des Bereichs gesetzt und den Homeoffice-Hinweis so formuliert, dass das Heimnetz nicht dasselbe sein soll. Die Liste umfasst eine Seite. Nach dem Umbau funktionierte der Zugriff unabhängig vom Küchenrouter der Mitarbeitenden, sofern das Heimnetz nicht kollidiert.

Kurze Entscheidungshilfe

  • Gibt es genau eine DHCP-Quelle pro Netz, und ist sie bekannt?
  • Liegen feste Adressen außerhalb des DHCP-Bereichs?
  • Unterscheiden sich die Netze von Zentrale, Filiale und dem empfohlenen Homeoffice?
  • Ist die Liste nach dem letzten neuen Drucker oder Access Point aktualisiert?

Wenn Ordnung bei IPv4-Adressen und DHCP bei Ihnen ansteht, klären wir den Umfang unverbindlich: Network und Firewall. Internes DNS zuverlässig machen Alternativ direkt Kontakt aufnehmen oder die häufigen Fragen lesen.