Homeoffice braucht einen Weg zu Mail, Dateien und manchmal zur Branchensoftware. Der schlechteste Weg ist ein VPN, das jedes Heimnetz ins Firmennetz verlängert und auf dem privaten PC ohne Mehrfaktor-Anmeldung startet. Der bessere Weg fragt, welche Anwendung von außen wirklich nötig ist.
Wenn das Wohnzimmer zum zweiten Serverraum wird
Viele Tunnel sind historisch gewachsen: ein gemeinsamer Schlüssel, eine Anleitung als PDF, Split-Tunnel ausgeschaltet, damit „alles geht“. Damit läuft auch der private Browserverkehr durch die Firma oder – umgekehrt – das ganze Firmennetz ist vom wenig gepflegten Heim-PC aus sichtbar.
Wo Microsoft 365 reicht, ist oft gar kein klassisches VPN nötig. Wo eine Anwendung im Haus bleibt, reicht ein Zugang zu genau dieser Anwendung, mit Benutzerkonto statt gemeinsamem Schlüssel und mit einer Möglichkeit, den Zugang am Austritt sofort zu sperren.
So eng wie der Arbeitsauftrag, so stark wie die Anmeldung
- Bedarf. Welche Anwendung funktioniert ohne VPN schon über Microsoft 365.
- Konto. Persönlicher Zugang, kein Zettel mit einem Kennwort für alle.
- Faktor. Zweiter Faktor für den Tunnel, nicht nur für die Mail.
- Umfang. Nur die nötigen Netze, nicht das Gäste-WLAN und nicht die Kassa.
- Austritt. Zugang zusammen mit dem Konto sperren, nicht erst beim nächsten Aufräumen.
Wir richten den Zugang auf der Firewall ein und dokumentieren, wer ihn hat. Die Entscheidung, ob eine Anwendung das Haus verlassen darf, treffen Sie mit dem Hersteller der Software.
Woran Projekte in der Praxis scheitern
- Einen gemeinsamen VPN-Benutzer für das ganze Team.
- Den Tunnel auf privaten, nicht verwalteten PCs ohne jede Regel erlauben.
- Vergessene Konten ehemaliger Praktikantinnen aktiv lassen.
- Den Schlüssel in derselben Mail schicken wie die Anleitung.
Beispiel aus dem Betriebsalltag
Ein Betrieb mit acht Homeoffice-Plätzen nutzte einen gemeinsamen Benutzer „vpn“. Nach einem Austritt blieb der Zugang, weil niemand das Kennwort ändern wollte – sonst wären alle anderen draußen gewesen. Persönliche Konten und ein zweiter Faktor haben genau dieses Dilemma beendet. Zwei Personen brauchten danach gar kein VPN mehr, weil ihre Arbeit in Microsoft 365 lag.
Kurze Entscheidungshilfe
- Gibt es ein gemeinsames VPN-Kennwort?
- Ist die Liste der Zugänge deckungsgleich mit den aktiven Personen?
- Erreicht der Tunnel mehr Netze als nötig?
- Ist der zweite Faktor aktiv?
Wenn Homeoffice-VPN bei Ihnen ansteht, klären wir den Umfang unverbindlich: Netzwerk und Firewall. IT-Support Wien Alternativ direkt Kontakt aufnehmen oder die häufigen Fragen lesen.